Aktion zum Nationalen Tag für betreuende Angehörige

Angehörige sagen Danke

Eine Freiwillige übergibt als Dankeschön einer pflegenden Angehörigen Blumen
Ein Dankeschön am Tag der pflegenden Angehörigen
Am 30. Oktober 2020, dem nationalen Tag der betreuenden Angehörigen, würdigen das Schweizerische Rotes Kreuz (SRK) Kanton St.Gallen, die Pro Infirmis St.Gallen-Appenzell und der Entlastungsdienst SG, AI und AR den Einsatz der betreuenden Angehörigen und organisieren einen Überraschungs-Dank.

Mit der Aktion ermöglichen die Verantwortlichen den Menschen, die auf Pflege und Betreuung angewiesen sind, sich bei ihren Angehörigen für ihren wertvollen Einsatz zu bedanken. Das Engagement und die Freude bei den Betroffenen ist gross. Kinder und Erwachsene bereiteten in den letzten Wochen liebevolle Geschenke vor. Dafür wurden Dankesbriefe verfasst, Blumensträusse, Gutscheine und Schokolade organisiert. Damit die Überraschung perfekt ist, überbringen Kurierinnen und Kuriere am 30. Oktober im Namen der Betroffenen die Geschenke an die Angehörigen.

Betreuung ist ein Vollzeit-Job

In der Schweiz betreut jede 13. Person von über 16 Jahren eine Angehörige oder einen Angehörigen. Damit wird das Gesundheitssystem wesentlich entlastet. Jedoch erfordert diese Aufgabe viel Zeit und Kraft und gleicht oft einem unbezahlten Vollzeitjob. Dies zeigt der Fall von Jenny (23) und Daniela (56). Denn Jenny, die seit ihrer Geburt mit einer kognitiven und körperlichen Einschränkung lebt, ist auf dem Entwicklungsstand eines Kleinkindes. Jenny braucht Rund-um-die-Uhr-Betreuung: Bei der Körperpflege, beim Kleider anziehen, beim Essen – und allem was noch dazwischenkommt. Sie ist lieb und freundlich und hat ein sympathisches Lächeln – doch Jenny kann sich nicht gut verständigen, läuft mit fremden Leuten mit, wenn Mama nicht aufpasst. Dies bedeutet Dauereinsatz für die Mutter. Wenn Jenny für ein paar Stunden in der geschützten Einrichtung ist fängt die weitere Arbeit an: putzen, einkaufen, kochen und die Wohnung auf potenzielle Gefahren hin untersuchen und sichern.

Gefahr der Überlastung ist hoch

Dies ist bei weitem kein Einzelfall. Betreuende und pflegende Angehörige bewältigen im Normallfall einen sehr komplexen Alltag. Sie unterstützen ihr körperlich und/oder kognitiv beeinträchtigtes Kind, pflegen den schwerkranken Partner oder die demente Schwiegermutter. Ihr Engagement beeinflusst oftmals ihr Sozialleben, ihr Berufsleben oder die Aus- und Weiterbildungspläne. Sie sind oft bereits über Jahre an der Grenze ihrer eigenen psychischen und physischen Belastbarkeit. Schnell wird eine Übergangslösung der Betreuung zu Hause zur Dauerlösung. Die Pro Infirmis St.Gallen-Appenzell, das SRK Kanton St.Gallen und der Entlastungsdienst bieten Unterstützungs- und Entlastungsangebote für Betroffene. Das gemeinsame Projekt «Überraschungs-Dank» wird zudem finanziell unterstützt vom Amt für Soziales des Kantons St.Gallen.